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Bildung für alle - jetzt

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Am 1. Ok­to­ber 2020 lan­cierte der Ver­ein "Bil­dung für alle - jetzt" eine Pe­ti­tion, die den Na­tio­nal- und Stän­de­rat sowie den Bun­des­rat und die Kan­tone dazu auf­for­dert, Mass­nah­men zu tref­fen, die den Zu­gang zu Schwei­zer Bil­dungs­ein­rich­tu​​n­gen für ge­flüch­tete Men­schen - un­ge­ach­tet des recht­li­chen Sta­tus - er­leich­tern. Die ein­zel­nen Punkte kön­nen Sie auf der Seite des ent­spre­chen­den Vereins https://bildu​n​g-jetzt.ch/petition​ nach­le­sen. 

Seit mehreren Jahren engagiere ich mich für diese Angelegenheit, da ich die Meinung vertrete, dass die Eingliederung der geflüchteten Menschen aus dreierlei Bestandteilen besteht: die sprachliche, gesellschaftliche und berufliche Integration. Diese stehen alle in einer gewissen Relation zueinander. Jedoch ist das Aneignen einer Landessprache die wohl wichtigste Voraussetzung aller anderen Integrationsmassnahme​​n. Wer die Sprache nicht beherrscht, kann sich weder gesellschaftlich noch beruflich integrieren. 

Für die berufliche Eingliederung bedarf es zudem des freien Zugangs zu Bildungseinrichtung. Gewisse Kantone hinken in diesem Zusammenhang hinterher. Beispielsweise der Kanton Graubünden erlaubt den Kindern der Asyl suchenden Menschen keinen Zugang zu öffentlichen Schulen. Solange die Eltern in einer Asylunterkunft leben, dürfen deren Kinder die Regelschule nicht besuchen. Auch in anderen Kantonen gibt es ähnliche Massnahmen. Zwar kann diese Petition, die an Bundesbehörden gerichtet ist, in den Kompetenzbereich der Kantone nicht direkt eingreifen, jedoch könnte der Anspruch auf Grundschulunterricht,​​ welcher in der Schweizer Bundesverfassung gewährleistet ist, erweitert werden. 

Nebst den staatlichen Massnahmen braucht es zudem diverse zivilgesellschaftlich​e Initiativen, die das Ziel haben, die berufliche Integration der geflüchteten Menschen zu erleichtern. Beispielsweise leistet der Verein HiCoders eine Mammutarbeit. Dieser bietet unentgeltliche IT-Kurse (Webentwicklung, Programmierung etc.) für geflüchtete Menschen - ungeachtet des rechtlichen [N,F,B] Status -  an. Auch die Initiative von Tobias Schär "Wir lernen weiter" stärkt die Idee der Chancengleichheit in unserer Gesellschaft. Derartige Projekte bewirken Wunder und es gibt sehr viele davon.

Die Zivilgesellschaft tut ihr bestes. Auch der Staat ist in diesem Bereich gefragt. 


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