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Aussenpolitik > Entwicklungspolitik,

Krieg und Katastrophe im Jemen

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Die schlimmste

aller Krisen

 


Sieben Millionen Menschen

vom Hungertod bedroht, drei Millionen Flüchtlinge,

600.000 Cholera-Kranke: Im Jemen spielt sich eine

Tragödie ab. Die Hauptverantwortung trägt

Saudi-Arabien, die Welt sieht weg.

 

Im Jemen ereignet sich nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit die grösste humanitäre Katastrophe der Welt. Eine Katastrophe, die nicht schicksalhaft wie ein Naturereignis über das Land hereinbrach, sondern die allein von Menschen gemacht wurde. Doch die Welt ignoriert sie. Dabei sind schon die nackten Zahlen erschreckend:

 


Fast 18 der 27 Millionen Jemeniten hängen von humanitärer Hilfe ab. Mehr als sieben Millionen Menschen sind akut von einer Hungersnot bedroht. Mehr als drei Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.


14,5 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte aller Bürger, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge ist die schlimmste Choleraepidemie, die es je gegeben hat. Rund 600.000 Menschen sind seit April dieses Jahres im Jemen an Cholera erkrankt, mindestens 2000 Jemeniten sind bislang an den Folgen der Krankheit gestorben.

 

 
Krieg im Jemen: "Das saudi-arabische Vietnam" Foto Reuters

 

 

All das hätte sich verhindern lassen, daran lässt die Uno keinen Zweifel: "Die humanitäre Krise ist das direkte Ergebnis der Kriegsführung der Konfliktparteien.“ Beteiligt sind vor allem der Iran & Saudi-Arabien. Waffenlieferanten sind primär England & Deutschland.

 

Der Jemen war schon immer das mit Abstand

ärmste Land der Arabischen Halbinsel,

 

doch seit der Eskalation des Bürgerkriegs 2014 hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Damals eroberten die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und trieben Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi außer Landes. Seit 2015 versucht eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Huthis zu entmachten und Hadi wiedereinzusetzen. Seit zwei Jahren verkünden die Saudis, der Sieg sei nahe.


Aber das ist Wunschdenken.

 

Vie​l​​​​​​​​​m​ehr hat sich das Königreich Saudi-Arabien in seinem Nachbarland heillos verstrickt. Kritische Beobachter sprechen bereits von einem saudi-arabischen Vietnam, das sich im Jemen abzeichne.

 

Seit Beginn der Offensive wurden nach Zählungen des Uno-Menschenrechtsrat​​​​​​​​​​​s mehr als 5000 Zivilisten getötet, darunter etwa 1200 Kinder. Für die meisten Opfer machen die Vereinten Nationen Saudi-Arabien und seine Verbündeten verantwortlich. "Die Luftangriffe der Militärkoalition sind die Hauptursache für Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Kindern in dem Konflikt", teilt die Uno mit.

 

Milliarde​nges​​​​​​​​​​chäfte wichtiger als Menschenrechte

 

Doch​​​​​​​​​​ Kritik müssen die Saudis nicht fürchten. Als Ende August saudiarabische Bomben ein Hotel nördlich von Sanaa in Schutt und Asche legten und mindestens 30 Menschen töteten, äusserte z.B. das Auswärtige Amt in Berlin seine "Bestürzung", benannte aber nicht einmal die Verantwortlichen. SPD-Aussenminister Sigmar Gabriel plädiert ebenso wie der Uno-Menschenrechtskom​​​​​​​​​​​missar Said Raad al-Hussein für eine unabhängige internationale Untersuchung des Konflikts. Grossbritannien und die USA blockieren jedoch die Einrichtung einer solchen Untersuchungskommissi​​​​​​​​​​​on.

 

All das hätte sich verhindern lassen, daran lässt die Uno keinen Zweifel: "Die humanitäre Krise ist das direkte Ergebnis der Kriegsführung der Konfliktparteien.“ Beteiligt sind vor allem der Iran & Saudi-Arabien. Waffenlieferanten sind primär England & Deutschland.

 

Denn beide Staaten gehören neben Deutschland zu den wichtigsten Waffenlieferanten der Saudis. London hat seit Kriegsbeginn Waffenlieferungen in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar nach Saudi-Arabien genehmigt, Washington billigte Exporte in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar. Die Menschenrechtsorganis​​​​​​​​​​​ation Human Rights Watch hat belegt, dass Munition aus britischer und amerikanischer Produktion bei Angriffen auf zivile Ziele im Jemen eingesetzt wurde.

 

Die Kroko-Bundesregierung​​​​​​​​​​​ genehmigte erst Anfang dieses Jahres den Esport von Patrouillenbooten an das Königreich. Berlin verweist darauf, dass die Schiffe nur zur Sicherung der saudi-arabischen Küste und von Ölplattformen und nicht zu offensiven Zwecken eingesetzt würden. Doch Saudi-Arabiens Marine blockiert seit 2015 die Häfen des Jemen und trägt damit die Hauptverantwortung für die katastrophale Versorgungslage.

 

Sa​​​​​​​​​​​udi-Arabien​ ist zweitbester Kunde der deutschen Rüstungsindustrie

 

E​​​​​​​​​​​igentlich hatte die Große Koalition versprochen, keine Waffen an Parteien im Jemenkrieg zu liefern. Dennoch hat die Bundesregierung seit Januar nur für ein Zielland mehr Rüstungsexporte genehmigt als für Saudi-Arabien...

 

 ​​​​​​​​​​
Verladung eines Küstenschutzboots für Saudi-Arabien in Mecklenburg-Vorpommern
 
Foto DPA
 
 
Verladun​g eines Küstenschutzboots für Saudi-Arabien

in Mecklenburg-Vorpommer​​​​​​​​​​​n

 

 

Karik​a​t​u​r​ über die "Entwicklungs-Hilfe" in der Dritten Welt

 

Die dritte Welt


So, wie auf dieser Karikatur gezeigt, sieht es in den Ländern der so genannten 3. Welt leider allzuoft - nach über 70 Jahren XXX-Milliarden $ Entwicklungshilfe - immer noch aus.

Korruption verhindert jede Entwicklung und die Entwicklungshilfe landet in den Taschen derjenigen, denen es nicht um das Wohl der "Vielen" geht.

Eigentlich gibt es nur eine sinnvolle Art der Entwicklungshilfe - die Ausbildung der Menschen. Besonders sinnvoll wäre es, den Frauen eine gute Bildung zu ermöglichen.

 

 

 

 

​​​​


Jede Gesellschaftsform

muss sich danach messen lassen,

wie sie mit den Schwächsten umgeht.

 

 

Flugzeuge​​​​​​​​​​ mit Bomben bestückt aus Grossbritanien und Deutschland zerstörten in den Häfen alle Kabinen der Entladungskräne, XXX-Tonnen von Lebensmitteln verrotten auf den Schiffen vor den Häfen, weil die Lebensmittel nicht mehr entladen werden können. Vor allem Kleinkinder sterben an grausamer Unterernährung wie Eintags-Fliegen. Ist das jetzt die moderne Kriegsführung. Und als Kompensation für das (hoffentlich) schlechte Gewissen lässt man dann massenweise junge Männer, zu feige um für Schwächere zu kämpfen, nach Europa.

 

Eine humanitäre Schande für Europa & die Welt im Jahre 2018.

 

Quellen-Auszü​​​​​​​​​​​ge:

https:/​/​d​e​.​i​m​a​g​e​s​.​se​ar​ch​.y​ah​oo​.c​​om​​/s​​ea​​rch​/im​a​ge​s​;_​y​lt​=​Aw​r​J​S​5​i​kbN​t​boQ​s​A5U​​g​zCQ​​x​.;_​​y​lu=​​X3​oDM​​TE​ybX​​Zo​dD​g​​1B​GN​v​​bG8Da​X​​​IyBHB​v​​​cwMyB​H​​​Z​0aWQ​DQ​​j​YxOD​Nf​​M​​QRzZ​WM​​D​​c2M-​?p=​​k​​rieg​+im​​+​​jeme​​n&f​​r​​=yfp​-t

 ​​​​

http:​/​/ww​w​​​.​sp​ieg​el.​​​de​/p​oli​t​​ik​/a​u​s​land​​​/j​​eme​n​-krie​​g​-d​i​e​​-s​ch​li​m​ms​te-​a​​l​le​r-kr​​​isen​-​​a​​-11​652​5​5​.html​​​​

 

h​​ttp​​:​//​www​​​​.spie​gel​.de​/​​​wi​​​​rtsch​aft/​un​te​​​​r​n​ehme​n​/sau​di-​​a​r​​​​​abien-ist-z​​​wei​​tb​​​​​​ester-ku​nde-d​er-​​​​d​​e​​​u​tschen​-rues​t​ung​si​​​n​​​​​dustri​e-​a-1​2​3402​3​.​h​​​t​m​l​​

 

 

 

 

 ​

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(9 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte February 2019

"Und als Kompensation für das (hoffentlich) schlechte Gewissen lässt man dann massenweise junge Männer, zu feige um für Schwächere zu kämpfen, nach Europa."

Aus dem Yemen gelingt nur einzelnen Menschen die Flucht vor dem Hungertod oder vor den Bombardierungen durch Brand- und Gasbomben der Saudis, Herr H.

2017 wurden weltweit nur 12942 Asylgesuche von Yemenitinnen und Yemeniten gestellt; nur 1957 (!) dieser Gesuche führten zur Aufnahme als Flüchtling. Nur 38 dieser Asylgesuche wurden in der Schweiz gestellt; hier kam es 2017 zu nur 5 (!) Aufnahmen.

laender​daten.info/Asien/Jeme​n/fluechtlinge.php


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40%
(10 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte February 2019

"So, wie auf dieser Karikatur gezeigt, sieht es in den Ländern der so genannten 3. Welt leider allzuoft - nach über 70 Jahren XXX-Milliarden $ Entwicklungshilfe - immer noch aus.
Korruption verhindert jede Entwicklung und die Entwicklungshilfe landet in den Taschen derjenigen, denen es nicht um das Wohl der "Vielen" geht."

1) Mit der abwertenden Bezeichnung "Dritte Welt" wurden ab 1946 die blockfreien Staaten bezeichnet, ab 1990, ebenfalls eher abwertend, die sog. "Entwicklungsländer".​ Die NGO sprechen deshalb heute von "Partnerländern".

​2) "Entwicklungshilfe" > Entwicklungszusammena​rbeit > partnerschaftliche Zusammenarbeit

3) Bei der "Katastrophenhilfe" handelt es sich um etwas anderes: um Noteinsätze zur Rettung von Leben.

4) Im Yemen sind keine partnerschaftlichen Entwicklungsprojekte möglich, nicht einmal Katastropheneinsätze durch das "Internationale Komitee vom Roten Kreuz" (IKRK),

5) Die Kriegsparteien müssten dem IKRK gemäss "Haager Landkriegsordnung" den Zugang gewähren.



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71%
(7 Stimmen)
Jan Eberhart sagte December 2018

Weil die Herren aus Washington D.C Druck machen und Morde in Botschaften nicht dulden (können), muss MBS in Jemen nun nachgeben.

Dazu waren die militärische Vorstösse nicht so erfolgreich, dass die Huthi einfach bedingungslos kapitulieren wollen.

Dazu macht sich die grösste menschengemachte Hungersnot nicht gut für das Image, wenn man selber angeblich die "Menschenreche" verteidigt. Bombardierungen von Hochzeiten, Beerdigungen, etc machen sich auch nicht positiv bemerkbar für das Gutmenschenimage.


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63%
(8 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte December 2018

Die Friedensgespräche für das Bürgerkriegsland bringen Fortschritte.

Nun könnte die Versorgung der Bevölkerung endlich verbessert werden, nachdem xx-tausend Kleinkinder bereits elend verhungert sind. Eine grosse Schande im Jahre 2018.

https://www.​faz.net/aktuell/polit​ik/ausland/einigung-a​uf-waffenruhe-fuer-je​mens-strategisch-wich​tigen-hafen-15939936.​html


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100%
(8 Stimmen)
Hans Forestier sagte November 2018

Aus dem Bürgerkriegsland Jemen: Hungerkatastrophe im Bürgerkriegsland - Der stille Tod der Kinder


http://ww​​w.spiegel.de/plus/je​m​en-hungerkatastroph​e-​im-buergerkriegsla​nd-​der-stille-tod-a-​0000​0000-0002-0001-0​000-0​00160489438



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67%
(12 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte November 2018

Vier Monate nach seinem äusserst umstrittenen Lockerungsentscheid hat der Bundesrat gestern seine Meinung geändert. Man kann das nur begrüssen. Wirtschaftspolitisch,​ weil Bern der unbedeutenden Rüstungsindustrie in den letzten Jahren schon viele Geschenke gemacht hat. Neutralitätspolitisch​, weil wer Waffen in Konfliktregionen liefert, immer Partei ergreift. Und ethisch, weil es nicht verantwortbar ist, sich mit Bürgerkriegsgeschäfte​n zu bereichern. Schon gar nicht für die wohl­habende Schweiz.

https://bazonline​.ch/schweiz/standard/​schneiderammann-kapit​uliert-im-streit-um-w​affenexporte/story/30​685559



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54%
(13 Stimmen)
Jan Eberhart sagte November 2018

Es ist doch die SVP die möglichst umfassend Waffen in Bürgerkriegsländer liefern will?




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